Bereuen – eine logisch unlogische Handlung

Über Entscheidungen habe ich ja bereits mal einen Blogeintrag verfasst. Diesen kannst du hier finden.

Was ist aber nun, wenn du dich für etwas entscheidest, was dir vielleicht im jeweiligen Moment als genau das Richtige erscheint. Im nachhinein allerdings, musst du dir selbst eingestehen, dass es vielleicht die falsche Entscheidung war.

Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass wir niemals eine Entscheidung wiederholen können. Nachdem wir eine Entscheidung getroffen haben, ist es uns unmöglich diese in genau der gleiche Situation, mit genau dem gleichen Vorwissen usw. zu wiederholen.

Wie auch immer… das schützt uns dennoch nicht davor, dass wir unsere Entscheidungen bereuen können. Zunächst einmal sollten wir uns angucken, was bereuen überhaupt bedeutet. Das kommt natürlich von Reue, also auch Reue zeigen.

Der Duden definiert das wie folgt:

 

tiefes Bedauern über etwas, was nachträglich als Unrecht, als [moralisch] falsch empfunden wird

Im Alltag kann es aber auch tiefes Bedauern über etwas, was nachträglich als unangenehm, zu viel oder sich [im Vergleich] als falsch oder schlechter herausstellt.

Du kennst das doch sicherlich auch, du gehst mit deinen Freunden in einem euch unbekanntem Restaurant etwas essen und jeder bestellt für sich, ohne große Diskussion oder Austausch. Dann wartet ihr brav auf euer Essen und endlich kommt der Ober mit den Tellern. Und es stellt sich heraus, dass das Essen, was sich deine Freunde bestellt haben und welches dir vielleicht, laut Beschreibung auf der Karte, eher nicht so gefallen hätte, einfach Top ist.

Sieht gut aus, riecht gut, schmeckt gut.

Im Gegensatz dazu isst du mal wieder ein Schnitzel mit Pommes. Zu allem Übel, hat es die Konsistenz einer Schuhsole und schmeckt einfach nur fad.

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Klar du hast eindeutig die falsche Entscheidung getroffen und du bereust sie. (Du kannst natürlich auch das Essen zurückgehen lassen und dich beschweren, aber das lassen wir für dieses Thema jetzt einfach mal als Möglichkeit aus. ;))

Das kann an mehreren Dingen liegen. Vielleicht ist das Restaurant in welchem ihr essen gegangen seid, eigentlich für seine Schnitzel bekannt oder trägt es gar im Namen. Da kann man doch wohl ein gutes Schnitzel erwarten, oder nicht? Möglicherweise hattest du dann nur Pech, weil sie gerade einen neuen Koch eingestellt haben, der noch nicht so ganz zurechtkommt und dein Schnitzel vermasselt hat.

Vielleicht haben aber auch deine Freunde alle einen Fisch bestellt und du hasst eigentlich alles Meeresgetier und konntest nicht ahnen, dass dieser besondere Fisch überhaupt nicht danach schmeckt sondern einfach nur unglaublich gut ist.

Oder es liegt gar nicht am Essen an sich, sondern es stellt sich heraus, dass deine Freunde nach dem Essen noch irgendwas aktives machen wollen und nur dir dann das Essen, schwer wie ein Klotz Blei, im Magen hängt. Auch dann bereust du deine Entscheidung.

Ausnahmsweise mal nicht nach hinten gucken

Du darfst aber nicht ständig davon träumen, was hätte sein können. Eigentlich musst du bei bereuten Entscheidungen sogar nach hinten gucken und darauf achten:

Was war.

In dem Moment der Entscheidung, waren die Gegebenheiten vielleicht noch ganz anders. Vielleicht hatten alle damit gerechnet, dass der Fisch total ungenießbar sein wird und dein Schnitzel einfach Fabelhaft?

Wer weiß das schon?

Vielleicht hattest du aber auch absolut keine Lust auf irgendetwas anderes und diese Lust auf dein Essen hat sich erst dann verändert, als du es serviert bekommen hast.

Die Frage hier ist doch, ob wir Entscheidungen eigentlich überhaupt bereuen können. Sind sie nicht im Moment der Entscheidung genau das, was wir wollen? Und nur weil, sich diese Entscheidung jetzt nicht so auswirkt, wie wir das gerne hätten, bereuen wir unsere Entscheidung? Nur, weil sich die Gegebenheiten geändert haben, ist es plötzlich nicht mehr das was wir wollten?

Ja, das kann schon sein. Aber das weißt du einfach vorher nicht.

Wir können nicht in die Zukunft blicken und wir können nicht in der Zeit zurückreisen.

Entscheidungen finden immer im hier und jetzt, in genau diesem Moment statt.

Es gibt natürlich auch solche Momente in welchen wir uns einfach nicht so recht entscheiden können, es aber irgendwie müssen. Mit diesen Entscheidungen musst du auch leben und umgehen. Die sind alles andere als optimal und du bereust es meistens nur dann, wenn du die dritte Option nimmst und vor der Entscheidung wegläufst.

Angelangt an diesem Punkt hört sich das hier ganz schön an wie so eine schnulzige #quotes-Seite auf Instagram.

 

“Bereue keine deiner Entscheidungen, denn an einem Punkt deines Lebens war es genau das, was du wolltest”

#inspirationalquotes #quoteoftheday #killmeplease

Oder so ähnlich….gibt’s das schon? Wenn nicht, dann verbreitet den Spruch bitte und gebt mich als Quelle an!

Wenn ich da jetzt so drüber nachdenke gibt’s glaub sogar einen Haufen von “quotes” die genau das predigen. Da zählt auch der allseits bekannte Spruch:

“No ragrets” aus dem Film “Wir sind die Millers” dazu.

Fazit

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Auch wenn wir das anscheinend die ganze Zeit gepredigt bekommen, ist an diesem ganzen Palaver doch etwas dran: So alltägliche Entscheidungen sollte man vielleicht nicht bereuen.

Gleichzeitig spielt da auch die häufig verwendete Phrase:

“Man hat immer die Wahl” eine Rolle.

Es ist ganz klar: Entscheidungen zu treffen ist nicht einfach. Allerdings tun wir das an einem Punkt und sobald dieser überschritten ist, gibt es kein zurück mehr und deshalb sollten wir die gefällte Entscheidung dann auch nicht bereuen.

Wenn ich jetzt aus Geldnot irgendwo einbreche und stehle, dann habe ich auch eine Entscheidung getroffen. Mit all dem Hintergrundwissen, dass ich im Knast landen könnte, dass, wenn es richtig schief geht, ich sogar sterben könnte und, dass ich unrechtmäßig etwas an mich nehme, was nicht mir gehört.

Ich nehme dann aber dieses Risiko voll inkauf. Wie kann ich das dann noch bereuen?

Okay okay, es gibt ja auch so etwas wie Verzweiflungstaten, Momente in welchen man sich genötigt fühlt oder es sogar wird, Erpressung, Alkohol, und so weiter und so fort. Diese Faktoren beeinträchtigen unsere Entscheidungsfähigkeit ungemein. Von solchen Situationen möchte ich auch gar nicht sprechen.

Gut ausgenommen Alkohol, wo man abermals inkauf nimmt, dass man im Rausch richtig blöde Entscheidungen trifft. Aber gut, kennst du ja. 🙂

Fazit-Fazit ist also, dass wir nüchtern getroffene Entscheidungen außerhalb von gefährlichen Situationen, nicht bereuen können.

Und damit Amen. Auch aus diesem Grund sollten wir zu unseren Entscheidungen stehen. Ganz einfach!

Sei glücklich mit deinem Tattoo, mit deinem Berufsweg, mit deinem letzten Kauf.

Schau nicht zurück und mach dich einfach lustig über deine eigene Fehlentscheidung. Das ist immer noch der beste Weg, um “Reue” zu bewältigen!

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Dank dir für deine Aufmerksamkeit und

bleib auf Umwegn!

“Sad Person” Photo by Lucas Clarysse

“Embracing Woman” Photo by Hanny Naibaho

” All you need is lol” Photo by Kah Lok Leong

Über UMWEGN

Seit 2016 schreibe ich nun auf UMWEGN. Das alles startete in Begleitung zu meinem Buch und mehr als ein Experiment. Mittlerweile möchte ich das Buch, den Blog oder den Podcast nicht mehr missen. Auf UMWEGN geht es um Gesellschaft, Kommunikation, Selbstentwicklung und hin und wieder um philosophisches. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!

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