Führen oder Folgen: Ergreifst du die Initiative?

Meine Initiative

Nein, ich hab keine Initiative gegründet.

Sorry, aber dieses Initiative-Teekesselchen musste ich einfach raushauen! 😉

Es soll in diesem Blogeintrag um die Frage gehen, ob du die Initiative ergreifst oder ob du dich führen lässt.

Es hat beides Vor- und Nachteile, die ich im Folgenden aufzeigen möchte.

Wie der Mann beim Tanz

Kompass Reise Führer

Wenn du nun also die Initivative ergreifst, dann führst du auch immer. Sei das jetzt bei einem Gegenüber oder bei vielen. Egal wie viele Menschen dir gegenüber stehen, wenn du sagst: “ok ich mache das jetzt und du/ihr könnt mitkommen oder es sein lassen” dann führst du dein Gegenüber an.

Natürlich obliegt ihnen immer noch die Entscheidung Ja oder Nein zu sagen, aber du offerierst gleichzeitig auch eine Möglichkeit, die vielleicht bis dato so gar nicht präsent war.

Das gilt auch bei Entscheidungen. Wenn sich die Gruppe nicht entscheiden kann und es dir irgendwann reicht und du klar ausdrückst und sagst: “Wir machen jetzt dies oder jenes” dann ergreifst du die Initiative und triffst die Entscheidung beziehungsweise führst die Gruppe.

Du bist in solchen Momenten natürlich auch verantwortlich für die getroffene Entscheidung. Wenn sie dann subjektiv betrachtet einen schlechte war, musst du mit Anschuldigungen wie: “Weil A das wollte” oder “Warum hast du uns dazu überredet?!” oder Ähnlichem zurechtkommen.

Das muss man dann einfach aushalten. Meistens ist es aber auch so, dass die Leute dann so herumdrucksen, weil sie vielleicht zu schüchtern sind, jetzt dies oder jenes zu machen. Dann wird die Zeit eigentlich nur verschwendet. Es entscheidet dann aber niemand, was gemacht wird. Vielleicht liegt das aber auch genau daran, dass die Menschen von der Möglichkeit im nachhinein für eine schlechte Entscheidung verantwortlich gemacht zu werden, eingeschüchtert werden und sich deshalb lieber führen lassen.

Hinterherlaufen, wie ein unschuldiges Lamm

Folgen Follow

Im Vergleich ist das Geführtwerden deutlich entspannter. Es ist verständlich, wenn du das ausnutzt und dich einfach treiben lässt. Dich mit Menschen zu umgeben, die häufig die Initiative ergreifen und Dinge vorschlagen oder entscheiden. Du hast keine Verantwortung und kannst dich zurücklehnen und das Event oder die Unternehmung einfach genießen.

Allerdings kannst du auch nicht entscheiden. Beziehungsweise kannst du keine Details planen. Ja und Nein sagen kannst du immer noch, sei jedoch gewarnt, sobald du dies tust, führst du quasi schon wieder.

Wie entscheidest du dich aber, solltest du dich in der Stimmung für eine Unternehmung befinden, obwohl du nicht vollends zufrieden mit der Planung dieser bist?

Sehr wahrscheinlich entscheidest du dich für das Ja zur Unternehmung. Weil es vielleicht doch wieder zu aufwendig ist, die Planung erneut über den Haufen zu werfen. Oder weil du von vornherein nicht führen willst und dementsprechend einfach froh bist, dass überhaupt jemand die Sache in die Hand nimmt. Auch dann, wenn sie ganz schrecklich geplant wird. Hauptsache einer machts.

Es gibt viele Beispiele in denen klar wird, wer führt:

Bspw. führen die Eltern und das Kind wird geführt.

Das kann auch in einer Beziehung zwischen zwei Partner stattfinden. Ich bleibe da jetzt mal ganz neutral und modern und belasse es bei dem relativ neutralen Begriff “Partner”.

Der Tanz der führenden

Problematisch kann diese Konstellation dann werden, wenn sich zwei “Führer” (oh je ganz schreckliches Wort in Deutschland) treffen und beide bereit und ambitioniert sind zu handeln. Wenn die beiden dann auch noch stur sind, wirds erst richtig spannend. Wer gibt jetzt den Ton an und wer folgt?

Manche Menschen fassen es auch als Zeichen von Schwäche auf, wenn man sich treiben lässt und einfach folgt. Diese Menschen möchten dann immer führen, auch dann, wenn bereits jemand anderes die Führung übernommen hat. Es ist dann interessant zu beobachten, wie diese zwei Menschen um die Führung kämpfen.

Wenn es nicht lediglich um zwei Personen handelt, dann lässt sich über einen längeren Zeitraum ein Wechsel der Positionen erkennen. Mal führt der Eine mal der Andere. Es kann aber auch so kommen, dass einer der beiden Entscheidet, dass er von nun an nur noch folgt. Dann löst sich die “Problematik” auf. Wenn das ausbleibt, Tanzen die beiden weiter um die Führung. Einen Gewinner gibt es dabei nicht.

Bei einer größeren Gruppe ist das schon etwas anderes. Die beiden vermeintlichen Führer buhlen um die Gunst der Gruppe. Je nachdem, wer den größeren Teil der Gruppe für sich gewinnt, gewinnt auch die Führung. Die anderen folgen. Ausnahme wäre hier, wenn die Gruppe sich dann aufteilt. Das ist besonders bei größeren Gruppen die Gefahr.

Wenn ich nun also die Position übernehmen will, dann muss ich schnellstmöglich die Initiative ergreifen. Meist dauert es einige Zeit bis sich ein “Gegner” aufstellt. Wenn wir schnell genug agieren, ist dann allerdings die Entscheidung schon getroffen.

Was machen wir jetzt also?

Eigentlich ist ein Fazit an dieser Stelle nicht gerade notwendig, aber, wie du vielleicht weißt, ist es mein Ziel immer um die 1000 Wörter zu schreiben und da bin ich leider noch nicht angelangt. #behindtheinfluence

Dementsprechend noch mein Fazit:

Ne jetzt mal Spaß beiseite, wie du dich hierbei entscheidest hängt ganz von dir und der Situation ab. Hinzu kommt auch noch, wie lange deine Geduld hält und wie entscheidungsfreudig du bist.

Bei mir ist das so, dass ich an manchen Tagen einfach gerne die Führung übernehme und entscheide. Dann ist es mir auch scheiß egal, was im Anschluss passiert. Ich entscheide und somit habe ich auch die Verantwortung.

Dann gibt es aber wiederum Tage an denen ich keine Lust habe, die Verantwortung zu übernehmen. Dann möchte ich einfach nur, dass Leute etwas für mich entscheiden und ich einfach Folge. Gleichzeitig empfinde ich die dann getroffenen Entscheidungen selten als gut. Aber selbst entscheiden will ich auch nicht. Du kennst solche Tage sicherlich, oder?

Sollten wir uns deshalb vielleicht zu Entscheidungen zwingen?

Fraglich. Ich denke auch, dass zu viele Köche die Suppe versalzen. Wenn deine Umgebung daran gewohnt ist, dass du Verantwortung übernimmst und Entscheidungen triffst, dann werden die meisten ohne Frage deiner Führung folgen.

Wenn du von heut auf morgen deine Position veränderst, könnte das als etwas komisch aufgenommen werden. Die Frage weshalb du dich plötzlich einmischt, steht im Raum. Aber ganz ehrlich, wenn nicht jetzt, wann dann?

Ist ja dann auch deine Entscheidung, dich einzumischen und wenn du den Schritt schon gegangen bist, warum nicht daran anknüpfen und weiter führen?

Letzen Endes wird niemand zu der einen oder der anderen Position gezwungen. Bei mir ist das einfach Tages und Stimmungs abhängig. Wie ist es bei dir? Schreibs mir mal in die Kommentare!

Bis dahin, danke, dass du dich entschieden hast, den Text zu lesen!

Bis zum nächsten Mal und

bleib auf Umwegn

Lorenzo

“Kompass” Foto von Daniil Silantev

“Folgen” Foto von Jehyun Sung

2 Replies to “Führen oder Folgen: Ergreifst du die Initiative?”

  1. Super Artikel!
    Entscheidungen treffen, das ist ja eines meiner absoluten Lieblingsthemen 🙂
    Mir geht’s da ähnlich wie dir: Wie viele Entscheidungen ich treffen und wie viel Verantwortung ich übernehmen möchte ist von Tag zu Tag ganz unterschiedlich

  2. Hey Stefan!

    Ist auch ein super Thema, da kann man tatsächlich echt viel drüber schreiben. Es ist nun mal abhängig von unserem Tagesgemüt. Möglicherweise lässt sich da einen Durchschnitt erkennen, den die Menschen um uns herum als unseren “Charakter” identifizieren würden.

    Dementsprechend dann die Reaktionen, falls wir uns mal nicht so verhalten, wie gewohnt.

    Viele Dank auf jeden Fall für deinen Kommentar. Freut mich, dass du dich dazu entschieden hast ihn zu verfassen!

    Liebe Grüße

    Lorenzo

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