Money Rain? Das bedingungslose Grundeinkommen

2 x 3 macht 4 –
widdewiddewitt und 3 macht 9e !
Ich verdien mein Geld – widdewidde wie ich brauch mehr Geld?!

oder so ähnlich ging doch dieser Song, richtig?

Das Geld ist knapp!

Naja, du kennst sicher auch solche coolen Instagram/Facebook Sprüche wie:

“Dieser Moment wenn wieder zu viel Monat am Ende des Geldes übrig ist” oder

“Wenn ein durchschnittlicher Student ein Jahr lang auf Alkohol verzichten würde, könnte er bis zu 800€ sparen” oder aber

“Dieser Moment wenn du mit deinen reichen Kommilitonen nicht feiern gehen kannst, weil ihr Geldbeutel mehr so nach P1 schreit und deiner mehr so nach Wohnheimsbar oder Lidl-Gin”

Und vielleicht kennst du diese Sprüche nicht nur, sondern warst auch schon in so einer Situation. In einer Situation, wenn mal das Geld knapp wird. Vielleicht hast du dir dann auch schon mal überlegt zu arbeiten. Dann hättest du auch weniger Zeit um dein ganzes Geld zu versaufen, könntest aber gleichzeitig welches verdienen. Quasi eine Win-Win-Situation.

Aber irgendwie hast du’s dann doch gelassen. “Arbeiten? Das ist so anstrengend” klar verstehe ich. BAföG müssten man absahnen. Obwohl, da muss man auch irgendwann mal die Hälfte zurückzahlen….Aber ein Stipendium! Das muss doch drin sein! Hmm..wenn du wenigstens die Zeit zuhause zum Lernen nutzen würdest, wenn du schon nicht arbeitest, dann gäbs vielleicht auch ein Stipendium.

Geld fürs chillen gibt’s halt nicht! Oder eben doch?

Das bedingungslose Grundeinkommen

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Alarmglocken läuten, Menschen liegen sich in den Armen, die Universitäten und Läden sind leergefegt, Ansätze des Chaos machen sich langsam breit.

Das bedingungslose Grundeinkommen wurde eingeführt.

Okay okay, wahrscheinlich wird das nicht ganz so ablaufen, sollten wir mal deutschlandweit das bedingungslose Grundeinkommen einführen. Allerdings, könnten das Folgen davon sein.

  • Ist es nicht so, dass es schon viele Menschen gibt, die etwas studieren, weil die Jobaussichten mit diesem oder jenem Abschluss einfach deutlich besser sind als ohne?
  • Ist es nicht so, dass viele Menschen in Läden arbeiten, weil sie sonst nicht genügend Geld im Monat zur Verfügung hätten?
  • Ist es nicht so, dass wir durch die extrinsische Motivation des Geld-Verdienens erst zur Ausübung eines Jobs getrieben werden?

Irgendwie schon oder?

Wenn wir nun also, sagen wir mal vom 31.12. eines beliebigen Jahres in naher Zukunft auf den 01.01. des Folgejahres das bedingungslose Grundeinkommen einführen würden, was würde sich für uns verändern?

Klar, der faule Student denkt sich erstmal:

“Geil, saufen, Drogen, chillen und ich muss nicht mal etwas dafür tun!”

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Vielleicht schmeißt er dann auch sein Studium hin, braucht man ja jetzt nicht mehr zum Überleben. Ja erstmal voll genießen das Leben! #Gönnung

Allerdings sind das alles Kurzschlussreaktionen. Man unterschätzt dabei, wie stark man doch nach Erfüllung strebt. Es wird wohl hier und da einige Menschen geben, die tatsächlich dieses chillige Leben fortführen werden und einfach mal nichts tun. Nur konsumieren. Aber es wird deutlich mehr Menschen geben, die endlich ihren Job hinschmeißen und ihre Träume verfolgen können. Möglicherweise deshalb, weil diese von Freunden und Gesellschaft als nicht-zukunftsträchtig abgestempelt wurden und einfach der Mut fehlte, dieses Risiko einzugehen. Die Motivation wechselt hierbei dann ganz schnell von extrinsischer Lebenserhaltungsmaßnahmen in Form von Knochenjobs hinüber zu intrinsischer Lebenserfüllungsmaßnahmen in Form von Hobby als Beruf.

Nur das Nötigste

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Es kann aber gut sein, dass wir solch eine Komplettveränderung lediglich bei den Berufen der unteren Gehaltsklassen beobachten würden. Die oberen Gehaltsklassen werden von bedingungslosem Grundeinkommen fast gar nicht tangiert. Die paar hundert Euro mehr fallen kaum auf. Und deshalb verändert sich auch nicht die Motivation. Vermutlich wurde sich bereits ein teurer Lebensstil angeeignet, welchen das bedingungslose Grundeinkommen keineswegs decken kann. Und seinen Lebensstil wieder herunterschrauben möchte man ja dann auch nicht. Also bleibt man einfach im Job und arbeitet weiter vor sich hin.

Aber auch nicht alle Menschen der unteren Gehaltsklassen werden ihren aktuellen Job sofort an den Nagel hängen. Vielleicht genießen sie einfach das höhere Einkommen und gönnen sich mal mehr. Oder bezahlen Schulden ab, oder Sparen.

Es bleibt die Frage, was mit unangenehmen Jobs passiert. Werden wir in solchen Bereichen keine Arbeitnehmer mehr finden? Einfach weil es keinen Druck gibt, solch einen Job zu machen?

Führt das aber vielleicht zwangsläufig zu höherem Gehalt als Motivation in solchen Berufen und somit einer gerechtfertigten Entschädigung?

Weiterhin wird es auch schwer das Grundeinkommen zu verteilen. Es wird aktuell mit 1000€ im Monat gerechnet. Das reicht im Osten Deutschlands locker easy zum Leben, aber ganz anders sieht es da schon in München aus, wo meist über die Hälfte schon für die Wohnung drauf geht. Aber den Menschen je nach Region einen anderen Betrag zu geben, ist auch nicht so ganz richtig. Naja, letztendlich soll das bedingungslose Grundeinkommen ja auch nur das Existenzminimum repräsentieren und da kann man auch mit 1000€ im Monat in München überleben.

Und die Finanzierung? Natürlich über Steuern! Bspw. soll es 50% Einkommenssteuer geben. Sprich die Hälfte deines Verdienten Geldes geht an den Staat. Aber gleichzeitig würdest du ja auch 12.000 Euro pro Jahr wiederbekommen. Also geht das eigentlich auch klar. 50% oder sogar mehr werden sowieso schon häufiger bei hohen Gehältern gefordert. Dementsprechend ist das auch irgendwie verkraftbar.

Fazit

Das bedingungslose Grundeinkommen hilft dabei, eine glückliche Gesellschaft aufzubauen. Jedenfalls kurzfristig. Wenn man da mal so abstrakt drüber nachdenkt, erhalten wir den Eindruck, dass es egal wird, was wir einmal arbeiten werden. Deine Existenz ist gesichert, du kannst also mehr Risiken eingehen. Ob sich das langfristig dann in Form von mehr Start-ups und/oder künstlerischen Berufen auf dem Jobmarkt widerspiegelt bleibt abzuwarten. Eine genaue Prognose ist schwer und wird sich vermutlich auch erst in zukünftigen Generationen als wahr oder falsch herausstellen.

Nach diesem ganzen versteckten Pro und Contra, bin ich mir immer noch unschlüssig. Wenn man da mal zu recherchiert, dann gibt es auch nur zwei Extreme:

Die unerreichbare Utopie “bedingungsloses Grundeinkommen”

oder

Der Gott-gesandte-Heilsbringer “bedingungsloses Grundeinkommen”

Da kann ich jetzt auch nicht mehr so viel zufügen…

Was meinst du? Pro bedingungsloses Grundeinkommen oder dagegen?

Lass uns in den Kommentaren diskutieren!

Vielen Dank fürs Lesen und

bleib auf Umwegn!

“Holding Money” Photo by Sharon McCutcheon

“Money Photo” by Olga DeLawrence

“Cat” Photo by Erik-Jan Leusink

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