Planlosigkeit

Während der Semesterferien war ich mit meinen Jungs in den Ferien. Das habt ihr wahrscheinlich auch schon mitbekommen, weil ich da ausnahmsweise mal keinen Blog veröffentlich habe.

Und genau so wie meine Blogeinträge, ist auch dieser Urlaub 1A vorgeplant gewesen.

Organisation

Und um ehrlich zu sein, finde ich das gar nicht mal so schlimm. Langsam bin ich diese Urlaubsplanung gewohnt.

Dass ich meine Blogeinträge nicht vorplane, ist nochmal eine andere Chose, aber auch hier habe ich mich langsam daran gewöhnt. Allerdings gibt es hier eher ein Problem. Grundsätzlich habe ich schon vor, die Beiträge vorzuschreiben und am besten gleich für das automatische Posting vorzubereiten. Allerdings schaffe ich meistens nicht einmal den Post für Dienstag vor Dienstag vorzubereiten.

Meistens schreibe ich die Blogeinträge so gegen 19 Uhr am Dienstagabend. Dementsprechend habe ich auch immer ein wenig Stress um diese Uhrzeit herum. Ich bin schon früh dran wenn ich ihn Dienstag vormittag geschrieben habe.

“Aber warum schreibst du sie denn nicht einfach vor?”

Naja, das hat zum Einen mit meiner persönlichen Faulheit zu tun und meinem Fable für Procrastination und zum Anderen mit meiner Planlosigkeit.

Planlos durch die Welt

Ich würde mich eher nicht als die Person beschreiben, die sich viele Pläne macht. Jedenfalls keine konkreten Pläne.

Es sind meistens so Vorhaben, die ohne Datum, Zeit oder Ort in den Raum meines Kopfes geworfen werden, um dann bei Gelegenheit mal tatsächlich unternommen zu werden.

Ich weiß natürlich, dass wenn ich mir Pläne machen würde, ich wahrscheinlich auch viel mehr mit meiner Zeit anstellen könnte. Es ist nicht gerade Effizient was ich da betreibe und ich denke auch, dass es vielen anderen Menschen auch so geht.

Jetzt besteht aber auch die Frage: Will man das überhaupt? So ein durchgeplantes Leben?

Ich persönlich würde mir manchmal wünschen, ich würde mehr Planen und somit auch mehr schaffen. Gerade in der Klausurenphase ist erhöhte Effizienz gerne gesehen. Und nach so einer richtig Produktiven Woche, hat man so ein erfülltes Gefühl, weil man doch schon viel geschafft hat. Es ist demnach erstrebenswert so durchgeplant zu sein, oder?

Im Grunde schon, vor allem dann, wenn dieses Geplane nicht Überhand nimmt. Sonst erlebt man vorher oder nacher noch einen Burnout. Wenn man also in seine Planung noch die notwendigen Pausen einbezieht, sollte das doch kein Problem sein über lange Zeit diese Pläne aufrecht zu erhalten.

Gut so einen Plan kann sich ja dann auch jeder machen. Essentiell ist auch die Motivation mit welcher wir diese dann durchziehen. Wenn diese ausbleibt, hilft auch der ausgeklügeltste Plan nicht dabei, seine Ziele zu erreichen.

Ich hab keinen Plan!

“Ja wenn du das alles weißt, warum machst du’s dann nicht endlich?”

Gute Frage eigentlich. Die Antwort weiß ich allerdings selber nicht so recht. Ich sehe wohl einfach nicht die Notwendigkeit in der Planung. Denn selbst wenn ich relativ Planlos lebe, habe ich doch immer einen groben Fahrplan, den ich befolge. Und mit diesem Fahrplan schaffe ich auch die meisten Dinge, die ich mir vornehme. Nicht immer alle, aber es ist ja allseits bekannt, dass es zu Abweichungen im Fahrplan kommen kann. 🙂

Beispielsweise war mein Fahrplan, obwohl das dann doch schon eher ein genauer Plan war, jeden Dienstag einen Blogpost hier zu veröffentlichen. Dann kam der Urlaub, dann einige kleinere technische Probleme, dann die Wiesn.

Das waren in den letzten Wochen meine Fahrplanabweichungen.

Jetzt wisst ihr auch, warum ich einen Tag später dran bin mit diesem Beitrag…

Freiheit, Spontaneität, Planlosigkeit

Vielleicht habe ich auch einfach zu viel Angst davor nicht mehr frei in meinen Entscheidungen zu sein. Ich halte mir dann gerne alle Möglichkeiten offen, immer mit dem Gedanken im Hintergrund, dass ich mich noch umentscheiden kann.

Aber das ist ja anscheinend sowieso ein Problem unserer gesamten Generation: Dass wir Angst vor Commitment haben und Angst vor weitreichenden Entscheidungen und, dass wir uns an nichts binden wollen und immer einen Backup-Plan brauchen beziehungsweise eine Möglichkeit aus dem Schlamassel wieder herauszukommen.

Vielleicht ist diese Planlosigkeit also auch einfach ein Luxus geworden. Weil ich die mögliche Effizienz nicht brauche. Weil ich so viel Zeit habe, dass ich diese auch ineffizient Verwenden kann und am Ende doch alles ungefähr so geschieht, wie ich mir das vorgestellt habe.

Ja, vielleicht ist diese Planlosigkeit genau solch ein Luxus und Statussymbol geworden, wie es Freizeit, Reisen und SUVs sind.

Oder sie ist einfach Teil des Studentenlebens und somit einfach so lange Teil von mir solange ich noch den Studentenstatus habe.

Jung & Alt

Demnach wäre Planlosigkeit etwas, dass wir erleben solange wir jung sind oder uns so fühlen. Dann, wenn wir älter werden und langsam in den Arbeitsmarkt eintreten, weicht sie langsam aus unserem Leben und macht den Plänen platz. Bis wir dann, wenn wir wieder aus dem Arbeitsmarkt austreten, weil wir zu alt sind, wieder mehr Platz für sie machen. Dann, wenn wir Rentner sind, können wir möglicherweise wieder damit beginnen, planlos zu sein.

Wahrscheinlich nicht in dem gleichen Maße, wie in jungen Jahren aber doch mehr als im mittleren Alter.

Ob das für dich erstrebenswert ist, musst du selbst herausfinden. Manche Menschen machen sich schon seit Ewigkeiten zu allem Listen, Termine, Zettel und andere lassen das einfach und trudeln eher planlos durch die Welt.

Was meinst du? Schreibs mir doch einfach mal in die Kommentare!

Wichtig ist, dass wir das schaffen, was wir vorhaben. Ob das nun auf einem geplanten geraden Weg oder eben über Umwege funktioniert. 😉

Bis dahin, danke fürs Lesen und

bleib auf Umwegn!

P.S.: Ich versuche meinen Plan einzuhalten und nächsten Dienstag pünktlich etwas posten!

“Man on Chair” Photo by Dmitry Ratushny

“Organizer” Photo by Emma Matthews

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