Small talk: Sind deine Gespräche gehaltvoll?

Wer kennt das nicht?

Da kommt man nach etlichen Wochen oder gar Monaten mal wieder in die Heimat und begibt sich spontan in eine Kneipe. Gerade vor und während den Feiertagen machen das doch ziemlich viele von uns. Und genau das ist das Ding.

Eigentlich ja ganz schön, wenn man sich mal zufällig wieder irgendwo trifft. Man kann schnell austauschen wie es einem geht und was man gerade so treibt. Man macht “Small talk”.

Echt jetzt? Small talk?

Seien wir mal ehrlich an dieser Stelle: So wirklich interessiert sich aber eigentlich keiner für diese Art von Kommunikation oder? Also doch schon, aber irgendwie auch nicht.

Das Führen von inhaltlich belanglosen Gesprächen ist einerseits etwas ganz angehnemes, einfach der Kommunikation wegen. Es geht hier um das Kommunizieren untereinander und nicht darum, was gerade gesagt wird oder was einem momentan bis auf den Grund des Herzens beschäftigt. Gehaltvolle Gespräche zu erzwingen ist auch eher weniger zielführend. Wir müssen dem Small talk nur freien Lauf lassen und sehen wie sich das alles entwickelt. Eventuell entstehen gehaltvolle Gespräche von ganz alleine.

Gegebenenfalls reden wir uns so auch einfach warm. Der Einstig in ein Gespräch mit einem simplen “Hey wie geht’s?” ist nicht nur sehr enstpannt sondern auch gesellschaftlich akzeptiert. Im Vergleich würde der Einstieg mit einem “Ice-Breaker”, wie “Eisbären laufen so langsam, weil sie durch ihr dickes Fell und ihre Fettschicht eher unter Überhitzung leiden als unter Unterkühlung” wohl eher zu verdutzten Gesichtern führen.

Obwohl wir auf diese Art und Weise gleich bei einem Thema sind und wir weiter darüber reden können, kommt das ein bisschen plötzlich. Außerdem können wir unser Gegenüber mit solchen Fakten regelrecht erschlagen.

Also doch lieber Small talk machen? Als Einstieg wahrscheinlich die bessere Alternative.

Die Dauer macht das Gift

Small talk Dauer

Richtig problematisch wird es erst dann, wenn dieser Small talk einfach nicht aufhören will. Vielleicht kennt ihr das  auch, dass ihr euch einfach plötzlich denkt:
“Was zur Hölle mach ich hier? Eigentlich interessiert mich das doch alles gar nicht.”

Das passiert dann zu fortgeschrittener Stunde, wenn wir schon beim 20. “Was machst du so?” eine pelzige Zunge vom repetitiven Antworten bekommen. Viele Leute verabscheuen auch meist diesen hohen Austausch an Belanglosigkeiten. Der Graph dieser Relation würde wahrscheinlich exponentiell verlaufen. Aber genug mit dem Mathematikpalaver.

Oder sollte ich lieber sagen: Mathematik-Small talk. Ha….Ha…

Sorry, weiter geht’s:

Aber ist es nicht auch genau das, was Small talk ausmacht?

Dass wir:

  • uns nicht interessieren müssen
  • Zuhören um zu Antworten
  • uns nach unserem Belieben in Szene setzen können
  • ganz banal soziale Interaktion ausleben können nur der Interaktion wegen
  1. Das ist wie ein Action Film: Einfach mal Gehirn ausschalten und vor sich hin dümpeln, hier und da mal was oberflächliches erzählen, aber so wahrlich interessant ist es ja dann doch nicht und somit auch nicht sonderlich anstrengend
  2. Eines der meist vergessenen Dinge: Die meisten Menschen lieben es über und von sich zu erzählen. Da beflügelt wahrscheinlich die Sicherheit, dass der Gesprächsstoff nicht ausgehen kann und das überaus Interssante Thema (man selbst) das Mitteilungsbedürfnis. Und man erzählt und erzählt und erzählt.
  3. Es tut gut: Mit anderen Leuten zu reden, sei es nun ob sie sich tatsächlich interessieren oder, ob wir uns gegenseitig verarschen und nur so tun. Hauptsache Reden. Und das reichlich.

Der Small talk: ein Hauch von Nichts

Small talk im Cafe

Ok, ok. Wir nähern uns hier einem Fazit.

Ganz klar können wir also sehen, dass Alltags-Palaver ganz klar keinen inhaltlichen Mehrwert hat.

Das Augenmerk liegt dabei auf der Kommunikation und diese bietet uns, so belanglos sie auch sein mag, Mehrwert. Das Bedürfnis nach sozialer Interaktion lässt sich einfach und schnell tilgen.

Und genauso schnell, wie diese Gespräche entstehen, so verschwinden sie auch wieder. Nicht nur, weil der Gesprächspartner sich verflüchtigt, sondern, weil wir die uninteressanten Belanglosigkeiten, die wir so Antwortbegierig in uns aufgesogen haben, wieder vergessen. Und wir vergessen sie nur, um diesen Platz wieder mit genauso inhaltslosen Phrasen und Worten erneut vollzustopfen.

Der Small talk, ein notwendiger Hauch von Nichts, begleitet uns also in einer Art Hassliebe durch das Leben. Mal ist er gewünscht, mal notwendig und in anderen Situationen aufs Tiefste verhasst. Wir können nicht immer mit, aber auch nicht ohne.

Fazit

Gehaltvoller small talk

Um jetzt nochmals zu der Metapher mit dem Glas Wasser zurückzukommen:

Es ist uns nun nicht immer möglich das Weißbier unter den Gesprächen zu haben. Manchmal ist es auch nur ne Apfelschorle oder eine Johannisbeerschorle oder eine Rhababerschorle oder…

Also was ich damit sagen will: Trinkt das Glas Wasser aus und wenn es leer ist, dann ist es an der Zeit, entweder das Getränk zu wechseln oder sich ein neues Glas Wasser zu suchen.

Tut mir leid ich verliere mich hier in Getränkemataphern…zu viel Small talk…

Macht Small talk und ihr werdet irgendwann an den Punkt kommen, an dem die Luft raus ist und das Gespräch langweilig oder ihr genügen Kommunziert habt. Dann sucht ihr entweder jemand anderen zum Small talk machen oder wechselt das Thema auf interessantere Dinge hinweg vom Alltags-Palaver.

Eigentlich wollte ich mich mal so richtig über Small talk auslassen. Allerdings ist mir beim akribischen sezieren dieser Art von Kommunikation ihre Signifikanz erst bewusst geworden. Also, wenn wir uns mal wieder sehen: ich freu mich auf ne richtig schöne Packung Palaver mit euch!

Vielen Dank fürs Lesen und

bleibt auf UMWEGN!

Photo “Clock” by Loic Djim
Photo “Talking” by Christin Hume

5 Antworten auf „Small talk: Sind deine Gespräche gehaltvoll?“

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