Warum wir uns keine Vorsätze machen sollten!

Und was sind eure guten Vorsätze für das neues Jahr?

Vielleicht die, die ihr schon 2012 hattet und immer noch nicht erfüllt habt? Oder gar ganz neue, die euch kurz vor Mitternacht eingefallen sind, als ihr mit euren Feierkollegen darüber gesprochen habt?

Was auch immer. Das ist jetzt auch nicht so sonderlich wichtig. Eher interessant finde ich, ob ihr überhaupt welche gemacht/gesetzt habt.

Sind die nun von euch ausgegangen oder ist diese ganze Chose mal wieder eine gesellschaftliche Konvention? Zwingen wir uns quasi dazu Vorsätze zu beschließen, obwohl wir gar nicht wirklich Interesse daran haben, diese zu verfolgen oder gar zu erfüllen? Schließlich macht man das doch so oder? Man merkt was letztes Jahr schlecht oder nicht so super gelaufen ist und deshalb muss man dann im kommenden Jahr etwas ändern. Außerdem macht das ja jeder so und man darf auf keinen Fall zurückfallen, nur weil man keine Veränderungen anstrebt! Also doch Vorsätze machen?

So prinzipiell ist das ja nichts schlechtes. Ich selbst strebe einige Veränderungen an, jedoch stelle ich mir die Frage, ob so Neujahresvorsätze überhaupt effektiv sind.

Meint ihr sich Vorsätze zu machen, hilft dabei, diese zu erfüllen oder zu erreichen?

Gerade dann, wenn wir schon seit mehreren Jahren die selben Vorsätze mit uns rumschleppen, sollten wir vielleicht nochmal genau darüber nachdenken. Aber auch sonst, sind die Neujahrvorsätze von vielen verschiedenen Menschen unter kritischer Betrachtung.

Ich selbst mache mir keine Vorsätze. Jedenfalls nicht für den 1.1. oder irgendein sonstiges spezifisches Datum. Wenn ich etwas ändern möchte, dann kann ich das doch an jedem beliebigen Tag machen und muss nicht bis Montag oder gar Neujahr damit warten. Bei vielen Leuten verschleppt sich dieses “anfangen” auch einfach bis zu diesem Datum. Wir zögern das einfach immer weiter hinaus, bis dann dieser besondere Tag kommt und wir uns endlich mal zusammenreißen und beschließen wirklich was zu verändern.

Wenn das aber der Fall ist, möchten wir dann wirklich was ändern? Wenn wir so lange unsere Pläne herauszögern und dafür ein spezifisches Datum benötigen, dann kann uns unser Vorhaben doch eigentlich gar nicht sooo wichtig sein oder? Dabei müssen wir auch beachten, dass so ein Vorhaben eine richtige Qual werden kann. Gerade dann, wenn wir uns das vielleicht nicht selbst vorgenommen haben, sondern mehr oder weniger von anderen Menschen in unserem Umfeld darauf “gebracht” wurden. Wenn diese dann auch noch sehr ehrgeizig unseren Erfolg verfolgen, kann das ganz schnell einfach nur noch nervig werden.

Bevor wir unsere Vorsätze also zu verfolgen versuchen, sollteen wir uns sicher sein, dass wir das überhaupt wollen. Vorsätze zu haben, nur um des Vorsatzes willen, macht genauso viel Sinn, wie Eiswürfel in den Ozean zu streuen, um den Klimawandel aufzuhalten.

Seid konkret!

Bei selbst gesetzen Vorsätzen gibt es aber ebenso Probleme:

Viele Vorsätze sind einfach nicht konkret genug. Wenn ich mir jetzt sage: “Ok du musst öfter zum Sport gehen” dann kann ich das

  1. eher schlecht Messen. Denn was bedeutet “häufig” für mich? Und über welchen Zeitraum möchte ich häufiger zum Sport? Das ganze Jahr über oder nur bis zum Sommer?
  2. schlechter Verfolgen als einen konkreteren Vorsatz. Wenn ich mir hingegen vornehme das ganze Jahr über jede Woche zweimal zum Sport zu gehen, dann fühle ich mich auch automatisch schlechter, wenn ich das nicht einhalte. Ich habe dann nicht das Gefühl, dass ich das Versäumte so einfach wieder ausgleichen kann, wenn ich in der nächsten Woche einmal mehr gehe.

Bei einer Eingrenzung, die so vage, wie ein “öfter” ist, habe ich allerdings schon eher das Gefühl, dass ich das einfach in den noch kommenden paar Monaten wieder ausgleichen kann. Schließlich kann man sich bei dem öfter ja auch auf den Jahresdurchschnitt beziehen.

Und im Endeffekt ist zweimal die ersten zwei Wochen im Jahr zu gehen auch schon mal öfter, als keinmal im vergangenen Jahr. Dann wäre der Vorsatz ja bereits erfüllt.

Ziele

Deshalb würde ich eher sagen, dass wir uns Ziele setzen sollten.

“Ok, was ist da denn jetzt der Unterschied?” fragt sich der treue Leser an dieser Stelle.

Wie bereits ein paar Zeilen weiter oben erläutert, sind für mich Ziele konkreter als Vorsätze. Vielleicht verwende ich hier auch nur das Wort “Ziele”, weil ich das Wort “Vorsatz” nicht mag.

Beispielsweise ist eines meiner Ziele in diesem Jahr jeden Dienstag einen Blogeintrag zu verfassen. Das wären dann insgesamt 52 Blogposts im Jahr. Das ist messbar, konkret und vor allem machbar.

Das sind alles essentielle Eigenschaften beim Erreichen von Zielen und beim Erfüllen von Plänen.

Häufiger Sport zu machen, sehe ich deshalb auch nicht wirklich als Ziel an. Ein Ziel wäre hingegen, eine bestimmte Zeit für eine bestimmte Strecke beim Joggen zu brauchen oder ein bestimmtes Körpergewicht zu erreichen. Oder eben so und so oft zum Sport zu gehen.

Dokumentation

Bei diesen Dingen bin ich ausnahmsweise mal Zahlen- und Statistikfreund. Und nein, damit meine ich nicht, dass wir uns für jeden Vorsatz eine Excel-Tabelle anlegen sollten, um unseren Fortschritt zu dokumentieren.

Allerdings soll das auch nicht ausschließen, dass wir unseren Fortschritt dokumentieren sollten. Vorteilhaft bei WordPress ist beispielsweise, dass ich meine Statistiken für das Jahr ganz genau einsehen kann. Deshalb muss ich bei meinem Blog-Vorhaben nicht extra meinen Fortschritt dokumentieren.

Anderes Beispiel:

Wenn mein Vorsatz beispielsweise “pro Monat einen Tag wandern” ist dann können wir das beispielsweise in unserem Kalender makieren.

Neujahres Vorsatz mehr rausgehen

Wir können aber auch eine ganz einfache Strichliste machen oder gleich eine eigene Sektion in unserem Bullet-Journal beginnen. Auch Instagram-Posts die wir nach jedem erfolgreichem Ausflug hochladen sind ja irgendwie Dokumentationen unseres Fortschritt.

Was auch immer wir vorhaben, wir sollten es irgendwie Dokumentieren, um auch die Motivation aufrecht zu erhalten. Wenn wir vor Augen haben, wie weit wir schon gekommen sind, dann möchten wir diesen Fortschritt auch nur sehr ungern wieder unterbrechen.

Eine Serie an Erfolgen unterbricht man ja schließlich auch nicht! 🙂

“Lorenzo! Das ist ja alles schön und gut, aber wie erreiche ich denn jetzt diese Vorsätze/Ziele/Pläne usw.!?”

Jaaaaaaa, findig wie ich bin, habe ich bereits einen Blogeintrag verfasst, der so in diese Richtung geht! Bis dato habe ich es noch nicht geschafft, ihn weiter auszuarbeiten, sodass ihr euch vorerst mit dem Vorhandenen beschäftigen müsst. Sollte ich dort etwas ändern, bekommt ihr das aber sicherlich noch mit! Besagten Blogeintrag findest ihr hier.

Viel Erfolg!

Irgendwie ein bisschen negativ dieser ganze Eintrag…

Um jetzt an diesem Punkt nochmals die Stimmung anzuheben, wünsche ich euch allen viel Erfolg beim Erfüllen eurer Vorsätze, beim Erreichen eurer Ziele und beim Verfolgen eurer Pläne für das Jahr 2018!

Wenn ihr jetzt noch keine Vorsätze oder Ziele habt, wie wäre es mit mehr Lesen? Beispielsweise jeden meiner Blogeinträge? Oder sogar mein Buch? 🙂

Vielen Dank fürs Lesen und

bleib auf UMWEGN!

P.S.: Jetzt hab ich’s fast vergessen:

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“Running” Photo by Clique Images “Hiking” Photo by Holly Mandarich

Über UMWEGN

UMWEGNSeit 2016 schreibe ich nun auf UMWEGN. Das alles startete in Begleitung zu meinem Buch und mehr als ein Experiment. Mittlerweile möchte ich das Buch, den Blog oder den Podcast nicht mehr missen. Auf UMWEGN geht es um Gesellschaft, Kommunikation, Selbstentwicklung und hin und wieder um philosophisches. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!

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