Genieß dein Leben! – Aber, wie geht genießen?

Das Essen genießen

Hey du!

Ja du!

Genieß dein Leben! In vollen Zügen, wie du es dir immer vorgestellt hast!

Ich dachte ich sprech dir, mein treuer Leser, mal ein bisschen Mut zu. Und gebe dir die Anerkennung, die du verdient hast. Denn du hast es verdient dein Leben zu genießen. So richtig und voll und ganz!

Mach einfach das, worauf du schon immer Lust hattest! Hau rein und lass dich einfach von nichts aufhalten.

Naja, außer von Gesetzen…und dem vielleicht fehlenden Geld, welches man immer braucht. Ach und von den Menschen um dich herum, die dich, für was auch immer du tust, beurteilen werden. Ach so und von den Verpflichtungen, die du als Erdenbürger hast…

Aber sonst, heyyyyy mach einfach was du willst und genieße dein Leben! 🙂

Wenn der Genuss so einfach wäre

„Genieß dein Leben“ ist wieder Mal so ein Satz der mich richtig nervt. Naja beziehungsweise gehört viel Geld von den Menschen, die diesen verwenden in ein Phrasenschwein.

Dieser Spruch impliziert, dass es nichts einfacheres gäbe als einfach mal auf alles zu scheißen und sein Leben zu genießen.

Um unsere kleine Debatte ein bisschen besser zu fundieren, sollten wir zunächst mal „Genuss“ definieren.

Was bedeutet genießen?

Freunde genießen den gemeinsamen Moment

Meines Erachtens ist Genuss ein Moment völliger Sorgenfreiheit. Es ist dabei zu vernachlässigen, was wir genau genießen, das kann ein Eis an einem heißen Sommertag, Schokolade nach dem Essen oder auch der erste Schluck eines guten Kaffees am Morgen sein. Und auch die Dauer des Moments ist gänzlich unwichtig.

Wenn wir das ganze nämlich mal umdrehen, dann kann man mit Sorgen im Kopf nicht genießen, oder? Gut, dass die Sorgen beim Genießen nicht wie weggeblasen sind, ist klar. Sie werden viel mehr ignoriert oder gelangen in den Hintergrund unseres Denkens. Wir nehmen uns den Augenblick und fokussieren uns auf etwas ganz anderes. Wie beispielsweise den Geschmack von etwas.

Und nur dann, wenn wir uns auf dieses eine Ding oder das Gefühl oder den Sinn konzentrieren, können wir wahrlich genießen.

Das muss nicht zwangsweise etwas zum Essen sein, nein, wir können viele Dinge genießen. Einen ähnlichen Beitrag habe ich auch schon mal geschrieben, allerdings hatte dieser einen, wie ich finde, etwas anderen Fokus als der heutige. Ihr findet ihn hier.

Das kann auch beispielsweise unsere eigene Freizeit sein. Wo wir dann eigentlich auch schon beim nächsten Thema wären.

Keine Zeit zum Genießen!

Genuss ist teuer. Und das nicht, weil wir uns teurere Sachen gönnen als normalerweise, sondern, weil wir diesen einen Moment opfern müssen, in welchem wir auch weiter über die Lösung unserer nächsten Sorgen grübeln könnten. Oder, weil wir sonst an irgendetwas anderem arbeiten könnten.

Der Ökonom würde sagen, dass es hier zu Opportunitätskosten kommt.

Die Zeit zum genießen muss man sich nehmen. Um an dieser Stelle nochmal auf den Anfang zu verweisen: Wenn wir die Zeit nicht haben, dann können wir folglich also auch nicht genießen, weil wir nicht sorgenfrei sind, sondern mit den Gedanken bereits wieder im nächsten Termin.

Das ist mit ein Grund, weshalb es doch gar nicht so einfach ist zu genießen. Hinzu kommt eines meiner Lieblingsthemen: Die Leistungsgesellschaft. Immer mehr Menschen nehmen ihre Arbeit mit nachhause. Die Trennlinien zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen und auch die digitale Kommunikation hilft uns nicht dabei. Wie können wir in solchen Zeiten noch Dinge wahrlich genießen?

Wie genießen wir dann also richtig?

Das Essen genießen

Das ist hier die Frage. Beziehungsweise ist die Frage vielmehr, wie können wir zumindest für ein paar wenige Momente Sorgenfrei sein? Oder eben unsere Gedanken soweit verdrängen, dass es sich wenigstens so anfühlt als seien wir es?

Wenn ich so recht darüber nachdenke, dann weiß ich es selbst nicht. Ich denke, dass es bei mir irgendwie so etwas ist, wie ein Überfluss von allem. Und dann brauche ich vielmehr einen Tag an dem ich einfach mal nichts schaffe. Ob dieser dann so bewusst genossen wird, ist allerdings die andere Frage.

Bewusst genießen, das machen wir sowieso immer weniger, oder? Es sind vielmehr spontane Momenten, in welchen irgendwie alles mehr oder minder zusammenpasst.

Da stehen wir dann beispielsweise ganz ohne Erwartungen auf, schlürfen in die Küche, bereiten uns einen Kaffee zu, öffnen das Fenster und schalten das Radio ein und genießen den gemischten Duft des langsam brühenden Kaffees in Kombination mit der frischen Morgenluft, die langsam durch das Fenster hereinströmt. Und dann sagen wir uns: „Was für ein schöner Morgen.“

So richtig bewusst, ist das dann nicht, oder? Aber wir genießen den Moment. Wie ist das denn bei euch? Was genießt ihr und wie macht ihr das? Total bewusst, frei nach dem Motto, heute gönn ich mir und genieße das mal so richtig, oder vielleicht doch eher immer der Nase nach und die Momente leben?

Schreibt es mir doch gerne mal in die Kommentare! Ich bin gespannt!

Das war es auch wieder von mir, ich hoffe ihr habt es genossen diesen Beitrag zu lesen! 😉

Vielen Dank fürs Lesen und

bleib auf UMWEGN!

P.S.: Jetzt hab ich’s fast vergessen:

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P.S.: So am Ende meines Blogbeitrags stelle ich mir dann die Frage, ob man nicht in Momenten der Sorgenfreiheit genießt, sondern trotz der Sorgen genießt…

unsplash-logo„Freunde“ Foto von Bewakoof.com Official unsplash-logo„Essen genießen“ Foto von Pablo Merchán Montes

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Von UMWEGN

Seit 2016 schreibe ich nun auf UMWEGN. Das alles startete in Begleitung zu meinem Buch und mehr als ein Experiment. Mittlerweile möchte ich das Buch, den Blog oder den Podcast nicht mehr missen. Auf UMWEGN geht es um Gesellschaft, Kommunikation, Selbstentwicklung und hin und wieder um philosophisches. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!

5 Kommentare

  1. Unsere Arbeitsweise passt sich dem Fortschritt und unseren technischen Möglichkeiten an und Home Office oder Remote Work werden immer mehr zur Regel, statt der Ausnahme. Man möchte meinen, Zuhause gibt’s zu viel Ablenkung und man arbeite nichts. Die Wahrheit ist, man arbeitet immer und ständig, da die Grenze zwischen Arbeit und Nicht-Arbeit verschwindet. Ich selbst spüre wie schwer es ist loszulassen, zu genießen. Toller Beitrag.

    1. Hey Servus!

      Dank dir für den Kommentar! Ich denke, dass es vielen so geht wie dir! Genau deshalb habe ich diesen Beitrag auch verfasst: Damit wir uns alle mal an die Nase fassen und sehen, dass wir eigentlich viel mehr genießen könnten.

      Liebe Grüße

      Lorenzo

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