Wie werde ich glücklich? Entscheide dich!

Ihr kennt das doch auch. Du feierst ganz entspannt deinen Geburtstag, hast viel Spaß, deine Gäste trinken und quatschen, ihr hört Musik und irgendwann steht die Polizei vor der Tür.

Abermals hat der griesgrämige Nachbar von Gegenüber zum Telefon gegriffen und die Polizei verständigt.

Und selbst wenn man sich dann anschließend Entschuldigt oder versucht die Wogen irgendwie zu glätten, bleibt dieser Nachbar einfach Griesgrämig.

Bei solchen Szenarien frage ich mich manchmal, ob man sich an Stelle des Nachbars nicht einfach dazu entscheiden kann glücklich zu sein. Natürlich kann es auch sein, dass ich völlig im Unrechte annehme, dass besagter Nachbar unglücklich ist. Für diesen Blogbeitrag nehmen wir das aber einfach mal an.

Was können wir wirklich entscheiden?

Eine Entscheidung muss an einem Schild getroffen werden
Photo by Javier Alleque

Einfach zu entscheiden, dass wir nun von heute auf morgen glücklich sind, halte ich nicht für möglich.

Jedoch denke ich, dass wir an unserer aktuellen Situation, sei das nun, dass wir unglücklich sind oder in anderen Problemen stecken, beinahe immer etwas verändern können.

Harold Kushner schreibt dazu im Vorwort zu Viktor E. Frankl’s Buch Man’s search for meaning:

Finally, Frankl’s most enduring insight, one that I have called on often in my own life and in countless counseling situations: forces beyond your control can take away everything you possess except one thing, your freedom to choose how you will respond to the situation. You cannot control what happens to you in life, but you can always control what you will feel and do about what happens to you.

-Harold Kushner (Frankl, 2008, S. 8)

Übertragen auf unsere Thematik, Entscheiden wir uns dazu (sofern wir unglücklich sind), Veränderungen vorzunehmen. Wir reagieren auf die Umstände unseres Lebens mit dieser Entscheidung.

Klar, dass das manchmal gar nicht so einfach ist. Häufig werden wir Opfer des Status-quo-bias, also der unbewussten Überzeugung, dass unsere aktuelle Situation schon eine sehr gute ist und wir lieber keine Veränderung möchten. Wenn wir dieses erste Hindernis erstmal überwunden haben, dann können wir daran anknüpfen.

Wie werde ich glücklich?

Meistens ist das Internet und eine Suchmaschine unsere erste Anlaufstelle, wenn wir uns dazu entscheiden etwas zu verändern. Das Internet ermöglicht es uns viele Informationen über die verschiedensten Dinge zu recherchieren. Warum also nicht mal nach Techniken suchen, wie man glücklicher im Leben wird?

Da gibt es ganz viele einfache, die du in dein tägliches Leben einbauen kannst. Ich werde hier allerdings keine Techniken oder nur wenige anführen, denn das haben schon viele andere gemacht. Ich möchte in diesem Blogbeitrag die Hintergründe dazu beleuchten. Was Faktoren sein könnten, die dein Glück im Leben positiv beeinflussen. Wie du diese dann erreichst, kannst du dann weiterführend recherchieren.

Grundbedürfnisse abdecken

Grundsätzlich ist wichtig, dass wir erstmal unsere Grundbedürfnisse befriedigen.

Ich bin mir sicher, dass du auch manchmal echt fies sein kannst, wenn du hungrig oder müde bist. Wenn wir solche Dinge also beseitigen, dann sind wir unserem Ziel, einem glücklichen Leben, schon einen Schritt näher.

Mir ist es auch schon untergekommen, dass ich über einen längeren Zeitraum schlecht geschlafen habe und als Resultat daraus schlecht drauf war. Glücklich war ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Ein Schritt könnte also sein, dass du dir genau anschaust, wie du deinen Schlaf verbessern kannst.

Unser griesgrämiger Nachbar ist natürlich an dieser Stelle viel mehr Opfer von uns als umgedreht. Er kann vielleicht gerade durch unsere Party nicht schlafen und ist im Umkehrschluss deshalb schlecht drauf.

Sich nur darüber zu beschweren, ist aber meines Erachtens nicht zielführend. In keiner Situation.

Kontrolle abgeben und vertrauen

Für unser Wohlbefinden, müssen wir aber auch hin und wieder akzeptieren, dass wir Kontrolle abgeben müssen. Viele Menschen haben Angst vor Kontrollverlust und benutzen diverse Mechanismen, um die Kontrolle zu behalten.

Ich verstehe, dass man sich davor fürchten kann. Wir können allerdings keine Kontrolle abgeben, ohne Vertrauen entgegenzubringen. Vertrauen und Kontrolle bilden hier einen Schulterschluss, denn sie wirken aufeinander.

Wer Kontrolle abgibt, muss Vertrauen entgegenbringen und im Umkehrschluss, wer Vertrauen abgibt, wird Kontrolle verlangen oder zumindest das Gefühl haben Kontrolle zu erlangen.

Beispielsweise gebe ich in einer Gruppenarbeit Kontrolle ab, wenn ich eine Aufgabe meinem Teammitglied gebe. Ich bringe ihr/ihm Vertrauen entgegen, dass die Aufgabe gewissenhaft und gut erledigt wird. Andersherum erlange ich Kontrolle über die Aufgabe, wenn ich meinem Gegenüber nicht damit vertraue und die Aufgabe deshalb selbst erledige.

Interessanterweise trinken viele der Menschen, die sich vor Kontrollverlust Fürchten. Es scheint doch paradox, da zu viel Alkohol in Kontrollverlust enden kann. Vermutlich durchleuchte ich hier allerdings viele weitere Faktoren, die dieses scheinbare Paradox beeinflussen, nicht ausführlich genug.

Für unseren Nachbar könnt dies bedeuten, dass er uns in Zukunft vertrauen wird, dass wir leiser sind und Rücksicht nehmen. Wenn dieses Vertrauen aber auch mehrere Male bereits erschüttert wurde, liegt es nahe, dass er mehr Kontrolle verlangt und diese mittels des Anrufs bei der Polizei ausübt.

Ausführlicher habe ich das Thema Vertrauen bereits in einem anderen Beitrag beleuchtet. Diesen findest du HIER.

Bleib gelassen, habe Geduld

Balance Glück und Gelassenheit
Photo by Urip Dunker

Ich habe für mich gelernt, dass auch Geduld mir dabei helfen kann glücklicher zu werden. Sie geht einher mit einer Gelassenheit, die nicht selten beneidet wird. Und um in den verschiedensten Situationen gelassen zu bleiben, gibt es viele Techniken. Beispielsweise und ich weiß, dass ich dich langsam damit nerve, Meditation. Aber auch viele andere Techniken, können uns helfen in Stresssituationen gelassener zu bleiben.

Das können beispielsweise Atemtechniken, Achtsamkeitstechniken oder Techniken sein, bei denen du dir selbst gut zusprichst.

Unser Nachbar, könnte dann versuchen, solche Techniken anzuwenden und nicht sofort mit Aggression oder dem Anruf bei der Polizei seine Kontrolle vermeintliche Kontrolle auszuüben. Jedoch können wir hierbei nicht/selten wissen, wie viel Geduld uns schon entgegengebracht wurde.

Hege niedrige Erwartungen

Über Erwartungen habe ich schon mal einen Beitrag verfasst. Das Ergebnis war grundsätzlich, dass wir nicht künstlich all unserer Erwartungen niedrig halten können und auch gar nicht müssen. Wir können aber, mit einer gewissen Aufgeschlossenheit an eine Sache herangehen und nicht zu viel im Morgen leben. Wenn wir uns nicht von vornherein so viele Gedanken zu einer Sache machen, dann können wir von dieser Sache positiv überrascht werden. Unsere Erwartungen werden dann übertroffen.

Andererseits wenn wir niedrige Erwartungen haben, dann werden diese nicht übermäßig enttäuscht und der Schmerz, den wir empfinden, ist nicht so groß.

Wir müssen quasi mehr im jetzt Leben und Dinge einfach auf uns zukommen lassen. Das bedeutet allerdings nicht, dass wir uns nicht auf mögliche Ausgänge vorbereiten können.

Beispielsweise erwarte ich, wenn es schon des Öfteren vorgekommen ist, dass unser Nachbar die Polizei ruft oder, dass wir wieder vergessen Rücksicht zu nehmen. Wenn dann aber weder noch passiert und es sich um einen entspannten Abend handelt, bei dem alle Spaß hatten und niemand gestört wurde, dann wurden meine Erwartungen übertroffen und ich freue mich umso mehr.

Halte Balance: Ohne Unglück kein Glück

Natürlich darf ich hierbei nicht außer Acht lassen, dass wir nur glücklich sein können, wenn wir bereits vorher schon einmal unglücklich waren oder Unglück erlebt haben.

Diese zwei Dinge bedingen sich gegenseitig und sind essentiell. Es ist abermals eine Frage der Balance. Diese habe ich in diesem Beitrag HIER weiterausgeführt. Darin erkläre ich auch, dass wenn wir diese Balance anerkennen auch gleichzeitig anerkennen, dass es so oder so, egal in welch miserablen Situation wir uns gerade auch befinden, mit uns wieder bergauf gehen wird.

Für unser Beispiel bedeutet das vielleicht, dass unser Nachbar gerade in den Nächten in denen es ruhig bleibt, diese besonders zu schätzen weiß. Oder für uns in den Nächten in denen es besonders abgeht, kein Anruf bei der Polizei eingeht.

Fazit: Kannst du dich dazu entscheiden glücklich zu sein?

Eine direkte Entscheidung wirst du wohl nicht treffen können. Du kannst dich dazu entscheiden Veränderungen vorzunehmen und aktiv etwas für dein Glück zu tun.

Und das ist denke ich ein wichtiger Grundsatz, den wir vielmehr verinnerlichen sollten.

Dazu passend das Gedicht – und vor allem die letzten vier Zeilen – Invictus von William Ernest Henley:

Out of the night that covers me
Black as the pit from pole to pole,
I thank whatever gods may be
For my unconquerable soul.

In the fell clutch of circumstance,
I have not winced nor cried aloud.
Under the bludgeonings of chance
My head is bloody, but unbowed.

Beyond this place of wrath and tears
Looms but the Horror of the shade,
And yet the menace of the years
Finds, and shall find, me unafraid.

It matters not how strait the gate,
How charged with punishments the scroll,
I am the master of my fate:
I am the captain of my soul.

– William Ernest Henley


Mit diesem Gedicht und einer letzten Frage an dich möchte ich nun den Blogbeitrag abschließen.

Was meinst du? Kann man sich dazu entscheiden Glücklich zu sein?

Schreib es mir in die Kommentare. Ich freu mich!

Vielen Dank fürs Lesen und Kommentieren und

bleib auf UMWEGN!

Über UMWEGN

Seit 2016 schreibe ich nun auf UMWEGN. Das alles startete in Begleitung zu meinem Buch und mehr als ein Experiment. Mittlerweile möchte ich das Buch, den Blog oder den Podcast nicht mehr missen. Auf UMWEGN geht es um Gesellschaft, Kommunikation, Selbstentwicklung und hin und wieder um philosophisches. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!

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