Mainstream macht alles langweilig

Die Welt verändert sich ständig und es werden immer wieder neue Dinge erfunden. Und wenn etwas neu ist, dann ist es auch häufig interessant. Wir sind von Natur aus einfach neugierig. Warum verlieren wir aber das Interesse in Dinge?

Beispielsweise, weil sie in den Mainstream gelangt sind und dieser sie in die “Uncoolness” spült. #punintended

“Aber das macht doch Dinge noch lange nicht uninteressant!”, sagt ihr.

“Sicher?”, frage ich.F

Mainstream macht Dinge uncool

Ich stelle hier jetzt einfach mal diese These auf. Natürlich werde ich sie im Folgenden begründen. Aber nicht so schnell! Wie wäre es, wenn ihr an dieser Stelle schon mal eure Meinung zu dieser These in die Kommentare schreibt?

Vielleicht habt ihr nach dem Lesen des Beitrags eine andere? Lasst es uns herausfinden!


Nun möchte ich allerdings die These “Mainstream macht Dinge uncool” begründen.

Unbekannte Dinge sind unsere persönlichen USP

Generation X  Douglas Coupland Mainstream
Gefunden in “Generation X” von Douglas Coupland

Momentan lese ich den Roman “Generation X” von Douglas Coupland. Darin habe ich das obige Bild gefunden. Und ähnlich wie dem Herrn im Bild geht es vielen von uns.

Gerade bei Musikern ist es ein häufig beobachtetes Phänomen. Wir entdecken irgendwelche noch unbekannten Künstler und feiern ihre Musik ungemein. Vielleicht werden sie sogar zu unseren Lieblingskünstlern. Wir hören sie täglich.

Wir zeigen sie auch unseren Freunden und spielen ihre Lieder auf Partys. Wir freuen uns, wenn diese ebenfalls die Musik mögen und von nun an beginnen, diese ebenfalls zu hören. Alle wissen, dass du die Musik in den Freundeskreis gebracht hast. Und wenn keinem die Musik genug gefällt, um sie auch ohne dich anzuhören, freust du dich insgeheim. Denn diese Künstler sind unsere “unique selling proposition (USP)”, unser Alleinstellungsmerkmal und niemand anderes (aus deinem Kreis) hört sie.

In einer Welt, in der es gefühlt keinen Ausweg aus dem Einheitsbrei gibt, zeichnen wir uns durch das hören von unbekannten Künstlern aus. Denn wenn wir auch noch den Einheitsbrei “Charts” hören, dann sind wir doch wieder irgendjemand aus Millionen und gleich wie alle anderen.

Wir suchen lang nach Neuem und möchten das für uns behalten

Unbewusst befinden wir uns auf der Suche nach unserem Alleinstellungsmerkmal. Das muss natürlich nicht Musik sein. Das ist nur eines der häufigsten, da es einfach zu finden ist (beispielsweise durch einen der zahlreichen Streamingdienste) und, da verschiedene Geschmäcker in Richtung Musik allseits akzeptiert sind. Wir können einfach was anderes hören, wenn es uns gefällt.

Anders ist das bei beispielsweise Ernährungsstilen. Vegetarismus und Veganismus war vor ein paar Jahren noch eher Trend als Überzeugung. Man hat sich so ernährt, weil man anders sein wollte. Und was gibt es besseres als sein Umfeld dazu zu zwingen, immer auf einen Rücksicht zu nehmen?

Versteht mich nicht falsch, ich finde das super, wenn sich jemand so ernährt. Aber eben auch nur dann, wenn das aus guten Gründen passiert.

Dieses USP ist allerdings schon ein ganz anderes Kaliber als ein Musikgeschmack. Schließlich muss man sein gesamtes Leben darauf ausrichten. Dafür ist viel mehr Commitment, Wissen und Vorbereitungszeit nötig. Aber dafür ist so etwas auch effektiv. Es gibt eher weniger Nachahmer und man bleibt länger “der Vegetarier” oder “der Veganer”. Jedenfalls, war das früher mal so.

Allen Alleinstellungsmerkmalen gleich ist aber, dass wir sie nicht aufgeben möchten. Irgendwie möchten wir doch wir selbst sein. Natürlich können das auch beliebige Kombinationen aus Dingen sein.

Ist der Mainstream nur eine Erscheinung und landet sowieso mal alles dort?

Vielleicht sollten wir an dieser Stelle nochmal klären, was der Mainstream ist und vor allem: Wann etwas Mainstream ist.

Ich denke am Einfachsten lässt sich das anhand der Diffusionstheorie nach Everett M. Rogers erklären. Ja, wir sind heute sehr Wissenschaftlich unterwegs.

Die vereinfachte Darstellung der Diffusionskurve nach Rogers. © startworks.de

Also wenn wir uns diese schöne Kurve hier mal anschauen, dann ist doch eindeutig, dass etwas dann Mainstream ist, wenn sich die “Late Majority” das Produkt zulegt oder es konsumiert.

Weshalb die Late Majority? Na ja, weil ich mal schätzen würde, dass wir den aufkommenden Hype der Early Majority meistens nur als kleinen Anstieg der Nachfrage abtun. Nur um dann “kalt” erwischt zu werden, wenn plötzlich alle, surprise surprise, das gleiche Zeug rocken.

Aber landet alles irgendwann im Mainstream?

Kommt ganz auf euch an. In der Grafik sind die sogenannten “early Adopter” markiert. Eben genau aus dem Grund, weil sie über den Erfolg eines Produkts bestimmen. Gut, “bestimmen” hört sich vielleicht bisschen hart an, aber sie haben einen großen Einfluss auf den Erfolg eines Produkts. Da sie, die noch nicht überzeugte early Majority überzeugen oder locken.

Wenn diese dann den Köder schlucken, geht es erst richtig ab. Und das Produkt wird Mainstream.

Der Verlauf ist im Diagramm sehr vereinfacht dargestellt und muss in unserem Beispiel nicht zwangsweise nur auf neue Produkte zutreffen. Hier handelt es sich zunächst um Produkte, die für die Majority, sei es jetzt early oder late, unbekannt sind.

Alles wird Mainstream!

Im Mainstream ist alles gleich langweilig
Wenn alle versuchen ein Ei zu legen und es irgendwann alle schaffen, was ist dann noch toll daran?

Oder tut es das? Wie wir eben festgestellt haben, liegt es an euch, ob etwas Mainstream wird oder nicht.

Das bedeutet aber nicht, dass ihr ab jetzt alles für euch behalten solltet. So viel Einfluss habt ihr auch wieder nicht ihr kleinen Influencer! 😉

Ob wirkliche jede Sache irgendwann mal Mainstream wird wage ich zu bezweifeln. Manche Sachen sind einfach zu spezifisch oder nicht Mainstream tauglich. Es gibt ja beispielsweise auch Dinge, die gerade durch ihre Exklusivität, ihren eigenen Reiz versprühen.

Allerdings gibt es im Gegenzug auch Dinge, die mehrmals Mainstream werden. Gerade die Hipster, die so stark versuchen sich abzuheben, bewirken dies. Denn mittlerweile gibt es so viele von ihnen, dass sie als early Adopter fungieren und somit die breite Masse motivieren es ihnen gleich zu tun.

Hat schon etwas komisches, wenn man da so drüber nachdenkt.

Um nun nochmals die These vom Anfang aufzugreifen, ob der Mainstream Dinge uncool macht, dann würde ich diese klar mit einem ja beantworten.

Was ist hingegen aus deiner Meinung vom Anfang geworden? Ist es immer noch die gleiche oder hat sie sich geändert?

Vielen Dank fürs Lesen und

bleibt auf Umwegn!

P.S.: Dieser Blog ist besonders cool, weil er noch nicht Mainstream ist!

unsplash-logo“Bored” Photo by Joshua Rawson-Harris unsplash-logo“Eggs” Photo by Erol Ahmed

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