Wie Missverständnisse entstehen und wie wir sie vermeiden

Ich muss dir da was erzählen.

Ich höre auf mit dem Bloggen…

Ok, wow beruhig dich!

Nicht für immer, aber wahrscheinlich werde ich es über die Feiertage nicht schaffen etwas zu schreiben. Da habe ich dich ganz schön geschockt eben, nicht wahr? Und das nur, weil wir uns missverstanden haben!

Damit das jetzt nicht wieder passiert, möchte ich in diesem Blogeintrag über Missverständnisse, wie diese entstehen und wie wir diese vermeiden können, sprechen.

Entstehen: Ursachen für Missverständnisse

Manchmal passiert es einfach, dass wir etwas falsch verstehen. Sei das nun über Whatsapp oder in Person. Aber wer hat daran Schuld oder was ist der Auslöser davon?

Ganz entscheidend ist das Vorwissen, welches eine Person mitsichbringt. Hier gilt: die Zielperson/-gruppe ist ausschlaggebend und muss entsprechend addressiert werden. Ebenso wichtig ist auch, wie viel ich von meinem Gegenüber weiß, also quasi mein eigenes Vorwissen.

Enge Freunde verstehen sich sehr viel besser, als frische Bekanntschaften. Man weiß einfach, wie der andere tickt und übernimmt vielleicht auch die eine oder andere Eigenschaft. Man kann die Reaktion vorausahnen und auf Basis davon seine Aussagen formulieren. Somit spielen also auch unserer Erwartungen eine Rolle. Ich weiß bei guten Freunden, was ich an Vorwissen und für Reaktionen erwarten kann. Bei frischen Bekanntschaften ist es schon sehr viel schwerer das einzuschätzen.

Wir müssen uns also Fragen: Was erwarten wir von unserem Gegenüber und was erwartet unser Gegenüber von uns?

Ich frage mich aber beim Thema Erwartungen auch: Wenn wir nichts erwarten, sind dann noch Missverständnisse möglich? Was meinst du? Schreibs mir mal in die Kommentare!

Lösung: Missverständnisse vermeiden

Missverständnisse kommen durch Aussagen mit Interpretationsspielraum zustande. Um Missverständnisse also zu vermeiden, müssen wir unsere Aussagen so präzise wie möglich gestalten. Das ist aber gar nicht so einfach, wenn man darin keine Übung hat. Ständig über die Verständlichkeit der eigenen Aussagen nachzudenken, behindert außerdem den Gesprächsfluss gravierend.

Ich denke wir können bei Gesprächen einfach auf unsere relativ gute Menschenkenntnis vertrauen und müssen nicht stets darüber nachdenken, wie eine Person jetzt dies oder jenes verstehen könnte. Außerdem helfen auch gesellschaftliche Konventionen weiter. Floskeln wie “Liebe Grüße” bedeuten, dass man eine freundschaftliche Beziehung mit einer Person hat und nicht, dass wir uns total in diese verschossen haben. Solche Phrasen werden sehr, sehr selten falsch verstanden und können gefahrlos verwendet werden.

Ist es zudem überhaupt möglich maximal präzise Aussagen zu treffen, sodass es gar nicht mehr möglich ist, sie anders zu interpretieren? Bei einem solch komplexen Thema wie Kommunikation, lässt sich das nicht so ganz einfach beantworten. Als findiger Gesprächspartner kann man sich auch einen Spaß daraus machen immer etwas zu interpretieren. Oder umgekehrt den Interpretationsspielraum künstlich groß halten.

Das klingt jetzt vielleicht alles sehr abstrakt. So, wie das bei “Gesprächstechniken” wohl immer der Fall sein wird. Das meiste davon passiert allerdings automatisch. Nur die Beschreibung unseres Verhaltens rückt diese in solch ein seltsames Licht. Ich versuche hier auch, dieses ganze Thema legerer zu vermitteln als beispielsweise Kommunikationspsychologen und dennoch klingt das irgendwie alles ein wenig seltsam.

Missverständnisse

Hinterm Vorhang der modernen Kommunikation

Unsere modernen Kommunikationswege helfen nicht sonderlich dabei, weniger Missverständnisse zu generieren. Über Text-Nachrichten entstehen Missverständnisse doch gleich viel schneller, als über Telefon oder von Angsicht zu Angesicht. Bei einem “Face-to-Face”-Gespräch kann man doch schon viel einfacher die Emotionen aus Mimik, Gestik und Tonlage der Stimme herauslesen. Beim Telefonat gibt es dann nur noch die Stimme. Und bei Textnachrichten lediglich die Art, wie etwas geschrieben wurde. Allerdings denke ich, dass wir aufgrund dessen eher weniger gut einschätzen können, wie etwas gemeint ist oder wie sich jemand fühlt.

Seit der Erfindung der Textnachrichten, verwenden wir sogenannte Emojis und Emoticons, um dieser Lücke entgegenzuwirken. Vielen davon wurde durch ihren Gebrauch eine eindeutige Bedeutung verliehen, sodass es zu weniger Missverständnissen kommt. Wie echt jedoch das gesendete Emoji den tatsächlichen Gemütszustand unseres Gesprächspartners wiedergibt, bleibt fraglich. Man lässt sich einfacher hinters Licht führen. Das verlangt bei Face-to-Face oder Telefonaten schon gleich eine ganze Menge an Selbstbeherrschung und Disziplin.

Zusätzlich kann dieses Getippe auf dem Handy ganz schön anstrengend sein, weshalb wir gerne mal unsere Aussagen verkürzen. Das kann unserem Gegenüber notwendige Informationen vorenthalten, die für das korrekte Verständnis unserer Aussage essentiell sind.

Damals, als alle noch SMS schrieben, wurden wir sogar von den Anbietern auf 160 Zeichen begrenzt. Aber auch heute haben eher weniger Messenger-Nachrichten so viele Zeichen.

Fazit

Ok, jetzt versuchen wir mal das ganze Zeug hier auf unsere ursprüngliches Missverständnis anzuwenden. #wissenschaftlich

  1. Vorwissen: Es stehen stressige Weihnachtstage bevor.
  2. Präzise: Und deshalb höre ich mit dem bloggen für einige Tage auf.

Wow, ganze zwei Punkte… Die moderne Kommunikation können wir hier vernachlässigen, denn das ist eher eine sachliche Aussage, die wir nicht mit Emotionen oder ähnlichen versehen müssen.

Obwohl ich hier in vielen, vielen komplexen Schritten das zuvor Besprochene auf die Ursprüngliche Aussage angewendet habe, ist die Aussage mit wenigen Worten mehr sehr eindeutig geworden.

Und wenn du dann am Ende doch mal etwas missverstehst oder missverstanden wirst, dann sei dir immer bewusst, dass ihr verdammt nochmal beide daran Schuld seid!

Und deshalb: einfach mal ein bisschen entspannter darauf reagieren, wenn du was missverstanden hast oder du missverstanden wurdest.

Jetzt möchte ich dich nochmal kurz an die Frage erinnern:

Wenn wir nichts erwarten, sind dann noch Missverständnisse möglich?

Was meinst du?

Schreibs mir in die Kommentare!

Vielen Dank fürs Lesen und

bleibt auf Umwegn!

P.S.: Und jetzt noch die Auflösung unserer beiden Bilder: Sie sind beide falsch herum, also um 180° gedreht. Eine Illusion also. Sind Illusionen jetzt auch Missverständnisse? Auch diese Frage können wir gerne in den Kommentaren diskutieren!

Photo “City” by AC Almelor Photo “Mountains” by Ivana Cajina

2 Antworten auf „Wie Missverständnisse entstehen und wie wir sie vermeiden“

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