Warum haben wir Herzklopfen? Liebe, Angst und Stress

Letzte Woche habe ich meinen Soundcloud Account aufgelöst. Soundcloud hat mir einfach nicht das geboten, was ich für das Hosting meines Podcasts brauche. Deshalb habe ich mich entschieden meinen Podcast nun selbst zu hosten.

Allerdings gestaltete sich das nicht so ganz einfach. Na ja jedenfalls zunächst nicht. Vieles was ich hier auf meinem Blog mache, ist Trial and Error. Also ausprobieren und scheitern. Und wenn es nicht weitergeht, dann probiert man halt was anders.

Gut, ich probiere also fröhlich herum, um endlich herauszufinden in welchem Ordner ich meine Podcast-Episoden hochladen muss, doch es möchte irgendwie nicht funktionieren. Dann versuche ich ein Plugin zu installieren, welches ich im Nachhinein gar nicht brauche. Doch irgendwie kann ich die Installation nicht starten. Tatsächlich kann ich meinen Blog gar nicht mehr aufrufen!

HILFE! UMWEGN ist auf UMWEGEN!!!

Und mir rutscht das Herz erst mal so richtig in die Hose.

Adrenalin rauscht durch meine Adern, mein Herz beginnt zu hämmern und mir wird heiß. Welche Einstellung habe ich nur verändert, dass mein Blog offline ist? Habe ich wirklich gerade zwei Jahre Bloggen und Schreiben gelöscht?

Ich versuche meine Klicks zu rekonstruieren. Ich gelange zu einem Klick, von dem ich vermute, dass er meinen Blog geschrottet hat.

Letztendlich stelle ich umständlich alles wieder zurück und finde nebenbei noch die Lösung zum ursprünglichen Problem.

Aber warum erzähle ich euch das alles?

Endlich wieder Herzklopfen!

Na ja, wie ihr seht ist alles gut gelaufen, der Blog ist wieder oben und ich konnte mich relativ schnell wieder beruhigen.

Aber solch ein Herzklopfen hatte ich schon lang nicht mehr. Tatsächlich kann ich mich nicht mehr an das letzte Mal geschweige denn an den Auslöser dafür erinnern. Vielleicht war das ebenfalls als ich meinen Blog beinahe gekillt hätte… ja es ist an dieser Stelle schon ein paar Mal passiert. #trialandmassiverror

Vielleicht war das aber auch, als ich nachts nachhause gelaufen bin und irgendjemand zufällig den gleichen Weg entlang lief und ich mich verfolgt fühlte. Oder als ich nachts alleine einer Gruppe betrunkener Typen begegnete und ich eine Schlägerei befürchtete. Oder als ich das letzte Mal verliebt war.

Ich weiß es tatsächlich nicht mehr.

Wie ist das bei euch? Wann hattet ihr eigentlich das letzte Mal so richtig Herzklopfen?

Irgendwie stumpf

Wisst ihr es auch nicht mehr? Wenn ich so richtig darüber nachdenke, ist das eigentlich echt traurig. Denn das macht das Leben doch erst so richtig interessant, wenn wir Dinge richtig intensiv fühlen. Wenn uns das Herz mal in die Hose rutscht oder bis zum Hals klopft.

Wenn wir lachen bis wir Bauchschmerzen haben und auch mal weinen, bis unser Kissen fast durchtränkt ist.

Denn das ist, wie mit allen Dingen, man braucht gutes und schlechtes um das jeweils andere genießen und erst fühlen zu können. Da bin ich voll auf der YinYang-Schiene.

An dieser Stelle möchte ich nicht darauf anspielen, dass ich mich gerne häufiger fürchten oder verlieben wollen würde. Es ist eine schlichte Beobachtung, dass ich mich einfach nicht daran erinnern kann.

Irgendwie finde ich es einfach seltsam. Und ich habe Beobachtet, dass es mir nur so selten passiert. Oder eben uns nur so selten passiert.

Sind Kinder emotionaler?

Aber hatte ich das als Kind häufiger? Weiß ich auch nicht mehr. Ich glaube schon. Aber das mag womöglich einfach daran liegen, dass ich mich damals noch vor mehr Dingen gefürchtet habe. Da reichte meistens schon der Klamottenstapel bei mir im Zimmer, der auf irgendeine Weise wie eine Person aussah, um mir mitten in der Nacht das Herz bis zum Hals schlagen zu lassen. Ihr kennt das sicherlich.

Über diesen Abstumpfungsprozess habe ich allerdings erst geschrieben.

Wie ist das bei euch? Wisst ihr noch wann und weshalb ihr das letzte Mal Herzklopfen hattet? Schreibt es mir mal in die Kommentare!

Was ist Herzklopfen überhaupt?

Klassiker: Flucht oder Angriff

Obwohl ich nicht wüsste, was ich hätte tun sollen, als ich meinen Blog für ein paar Minuten aus Versehen offline genommen hatte. Flucht? Angriff? Wird ja wohl kaum helfen meinen Computer zusammenzuschlagen oder davor wegzulaufen.

Vielleicht muss man dabei Angriff nicht so brutal nehmen und es eher als “daran arbeiten” interpretieren. Und Flucht vielleicht auch eher als “überspielen” anstelle von tatsächlichem Weglaufen.

Wenn wir das nun also so ganz zivilisiert auslegen, dann war die Lösung für mein Blogproblem also Flucht und Angriff. Hat ja schließlich keiner gemerkt von euch, oder? 🙂

So eine zivile Auslage trifft natürlich auch nur bei solchen nicht lebensbedrohlichen Problemen inkraft. Alleine, nachts, gegenüber einer betrunkenen Gruppe von Typen, ist das schon was anderes. Da greift dann wohl eher die ursprüngliche Auslage von Kämpfen oder Fliehen. Adrenalin wird ausgeschüttet, die Aufmerksamkeit steigt, das Herz pocht.

ABER ABER was ist denn mit der Liebe?

Flucht? Haha Spaß beiseite.

Liebe ist sowieso alles andere als rational oder instinktiv. Somit kann auch der Grund für unser Herzklopfen beim Empfinden dieser nicht mit Instinkt begründet werden, oder?

Dennoch versetzt sie uns in Erregung. Möglicherweise doch in die selbe Flucht oder Angriff Position, da wir beim Zeigen von Liebe, seien es nun das Küssen, Umarmen oder Sex uns in eine verwundbare Position begeben. Viele von uns verschließen dabei die Augen, welche dann nicht mehr dafür benutzt werden können, Feinde zu erspähen. Wir sind verwundbar. Und da unser Kopf weiß, dass wir, wenn wir einer Person die wir lieben nahe sind, (hoffentlich 😉 ) bald verwundbar sind, begibt er unseren Körper vorsichtshalber schon mal in Alarmbereitschaft.

Möglicherweise ist das auch ein bisschen weit hergeholt…

Um ganz ehrlich zu sein, ich kann es mir an dieser Stelle nicht erklären. Deshalb habe ich mal schnell nachgeschaut. Laut Peter Walschburger, Prof für Biopsychologie an der Freien Universität Berlin ist Verliebtsein Stress. Also auch wieder klassische Packung Adrenalin und somit Herzklopfen. Mehr dazu findet ihr in diesem FAZ Artikel.

Graue, Graue Welt

Herzklopfen Adrenalin Lebensbedrohlich

Aber können wir in unserem Leben häufiger Herzklopfen erzwingen?

Sicherlich. Beispielsweise durch Achterbahnfahren. Obwohl das wohl auch irgendwann den Reiz verlieren wird, wenn wir das zu häufig tun.

Oder wir:

  • begeben uns absichtlich in Lebensgefährliche Situationen.
  • gründen unseren eigenen Fight Club.
  • trinken viel Kaffee, viel, viel Kaffee.

Ist natürlich die Frage, ob wir uns ständig auf der Pursuit of palpitations befinden möchten. Oder ob wir sie vielleicht, ganz YinYang-mäßig einfach kommen und gehen lassen sollen. Sodann müssten wir uns auch damit abfinden, dass, je älter wir werden, diese eben voraussichtlich weniger werden.

Möglicherweise ist das ohnehin unausweichlich, weil wir uns irgendwann auch an die künstlichen Herzklopfen-Stimuli gewöhnen werden. Da hilft dann irgendwann auch die 20ste Tasse Kaffee nicht mehr oder jedenfalls nur noch für das letzte Mal Herzklopfen…

Was sind eure Gedanken zu Herzklopfen? Wann hattet ihr das letzte Mal richtig Herzklopfen? Schreibt es mir gerne in die Kommentare, Ich freu mich drauf!

Vielen Dank fürs Lesen und

bleibt auf Umwegn!

unsplash-logo“Neon Herz” Foto von Alexandru Acea unsplash-logo“Klippe” Foto von Leio McLaren (@leiomclaren)

3 Antworten auf „Warum haben wir Herzklopfen? Liebe, Angst und Stress“

  1. Witzig, tatsächlich garnicht so einfach, sich an das letzte Mal Herzklopfen zu erinnern. Liegt vielleicht auch daran, dass das häufig mit was schlechtem verbunden ist…
    Was mir aber im Kopf geblieben ist, ist das Herzklopfen bevor ich meine Freundin angesprochen habe. Aber ich denke bei solchen Fällen schlägt jedem das Herz bis zum Hals.

    Danke für die Ablenkung während der Arbeit 😉

    1. Gut, dass es nicht nur mir so geht… 🙂
      Und super, dass du dich an ein Herzklopfen erinnert hast, was sich am Ende ausgezahlt hat!

      Freut mich, dass ich dich zum Nachdenken anregen und von der Arbeit abhalten konnte!

      Liebe Grüße

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